30.08.2017

Staffelübergabe bei den Eutiner Festspielen

In der privaten Trägerschaft für die Eutiner Festspiele hat es zum Ende der Spielzeit einen Wechsel gegeben: Die in Hamburg angesiedelte Cautus VermögensverwaltungsgesellschaftmbH, die bisherige Mehrheitsgesellschafterin der gemeinnützigen Neue Eutiner Festspiele gGmbH, hat ihre Anteile veräußert.

Diese werden vollständig von Herrn Falk Herzog, Eigentümer des Gutes Stendorf, übernommen. Als Mitgesellschafter bleiben Herr Arend Knoop (Schönwalde) und Herr Dr.-Ing. Joachim Scheele (Eutin) weiter in der Eigentümerverantwortung der Festspielgesellschaft.

Die Cautus VermögensverwaltungsgesellschaftmbH, die zum Firmengeflecht des verstorbenen Festspiele-Mäzens und Kaufmann Eckhart Ulbrich gehört, hatte 2015 zusammen mit Arend Knoop und Dr. Joachim Scheele die Festspiele gGmbH von der Wirtschaftsvereinigung Eutin erworben.

Dieses Engagement sei von jeher als befristete Hilfe zur Sicherung der Festspiele in Eutin angelegt gewesen, betonte Cautus-Geschäftsführer Mirko Stemmler. „Ich freue mich, dass jetzt mit Herrn Herzog ein reibungsloser Übergang in der Verantwortung für den Bestand der Festspiele stattfindet. Damit wird die regionale Verankerung und Identität des kulturellen Aushängeschildes in Ostholstein gestärkt.“

Falk Herzog begründete seinen Einstieg in die Festspiele gGmbH mit dem Wunsch, zur Attraktivität des ländlichen Raumes durch entsprechende Kulturangebote beizutragen. „Ich finde es wichtig, dass sich auch meine Generation gesellschaftlich engagiert und auch kulturelle Traditionen weiterentwickelt. In Eutin passieren mit der Landesgartenschau und der Stadtsanierung zukunftsorientierte Projekte, da wäre es doch schade, wenn diesem Vorwärtsschwung die Festspiele nicht mehr zu Attraktivität der Stadt beitragen könnten.“ Er wisse wohl, dass die Freilichtoper auch als Sorgenkind groß geworden sei: „Aber sie ist für mich aus Eutin nicht wegzudenken.“

Verbunden mit dem Rückzug der Cautus VermögensverwaltungsgesellschaftmbH aus der Festspiel-Gesellschaft ist auch der Eigentumswechsel an der Opernscheune. Sie wird ebenfalls in den Besitz von Falk Herzog übergehen. Er werde an den bisherigen Mietkonditionen für die Festspiele in den nächsten Jahren nichts verändern, sagte er dazu. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.

Die Cautus VermögensverwaltungsgesellschaftmbH hatte 2012 die Opernscheune in einem von der Sparkasse Holstein betriebenen Zwangsverfahren erworben und damit den Fortbestand der Festspiele gesichert.

Festspiele Geschäftsführerin Sabine Kuhnert äußerte sich erleichtert über die glatte Nachfolgeregelung in der Trägerschaft. „Die Festspiele sind Familie Ulbrich und auch Herrn Stemmler, dem Geschäftsführer der Cautus VermögensverwaltungsgesellschaftmbH, zu großem Dank verpflichtet für die jahrelange, großzügige und zuverlässige Unterstützung. Ich bin sicher, dass dies auch für Herrn Herzog gelten wird. Wir freuen uns sehr, dass wir nun gemeinsam mit Herrn Herzog die begonnene Zukunftsentwicklung hin zu einem der Tradition verbundenen innovativen Kulturbetrieb fortsetzen werden.“

28.08.2017

Rückblick zum Saisonende 2017

Nach zwei Monaten ist die Festspielsaison in Eutin gerade zu Ende gegangen. Im Rückblick lässt sich ein positives Fazit für die Produktion „Die Fledermaus" ziehen. Der Kartenverkauf erfüllte die Erwartungen der kalkulierten Besucherzahlen und die Inszenierung, die Solisten, der Chor und das Orchester begeisterten die Operetten-Liebhaber.
Hinter den Erwartungen blieben mit insgesamt 2.000 Gästen weniger die Sonderveranstaltungen. Der Musical-Abend mit Akteuren der Musikhochschule Lübeck fand insbesondere beim jungen Publikum Anklang. Das Programm der Operetten- und Opern-Gala-Abende war auf die Freunde bekannter klassischer Arien und Melodien zugeschnitten. Mit der Wolfsschlucht wurde erstmals eine Uraufführung auf die Bühne der Eutiner Festspiele gebracht. Diese, von Leo Siberski konzipierte Geschichte um Carl Maria von Webers Wolfsschluchtszene, wurde mit verhaltenem Interesse im Vorwege aufgenommen. Elektronische Klänge, neue Dialoge und Liedstücke gaben dieser Cross-Over-Produktion ihre besondere Ausstrahlung. Die Inszenierung stieß dann allgemein beim Publikum auf großen Beifall und Standing Ovations, Freunde des traditionellen „Freischützes" beschreiben sie als „eine spannende Erfahrung". Ein Termin für die Wiederaufnahme wird zurzeit diskutiert.

Weitere Highlights 2017

Durch die Kooperation mit der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule haben die Festspiele eine weitere Bereicherung erfahren. Theaterpädagogen, Kunstlehrer und Schüler begeisterten durch eigene Aufführungen im Torhaus und eine Ausstellung in der Opernscheune. Die Themenfelder Fledermaus und Maskenball wurden analog zur diesjährigen Hauptproduktion „Die Fledermaus" in den Kursen der Schule erarbeitet. Ein hohes Maß an Engagement und Freude seitens aller Beteiligten in Schule und Opernscheune ließ diese Zusammenarbeit zu einem Erfolgsrezept werden.
Zum ersten Mal gingen Solisten der Eutiner Festspiele auf eine kleine "Tournee" und luden zu einer musikalischen "Teatime" auf der Scharbeutzer Strandbühne oder in die Strandkirche ein. „Auch dieses Konzept ist aufgegangen", freut sich Sabine Kuhnert. Mehrere hundert Gäste und Einheimische besuchten die drei 70-minütigen „Schnupper-Konzerte" und ließen sich für einen Festspielabend in Eutin inspirieren. Diese wunderbaren Konzerte sind durch die neue Kooperation zwischen den Festspielen und der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht AöR möglich geworden."

Fazit

„Die Entscheidung für 2017 mit einer Operette als Publikumsmagnet in die Spielzeit zu gehen, hat sich als richtig erwiesen. Wir werden in den nächsten Wochen genau analysieren, welche Verbesserungen und Änderungen für die Spielzeit 2018 vorgenommen werden müssen und warum die vier Sonderveranstaltungen schlechter besucht waren, als erwartet", merkt Geschäftsführerin Sabine Kuhnert an. „Insgesamt können wir aber zufrieden sein. Nur an drei Veranstaltungstagen waren Regencapes notwendig, alle anderen fanden unter trockenen und sommerlichen Bedingungen statt. Durch großzügige Spenden und einen solide aufgestellten Wirtschaftsplan können wir diese Spielzeit beschließen, ohne Alt-Lasten in die neue Saison mitzunehmen."

Vorausschau 2018

Das Programm der Neuen Eutiner Festspiele gGmbH wurde bereits festgelegt. Auch für die kommende Saison ist der Wunsch nach Tradition und Erneuerung in der Auswahl der Stücke zu erkennen.
Das weltbekannte Musical „My fair Lady" von Frederick Loewe und Alan J. Lerner und Giuseppe Verdis Oper „La Traviata" werden die Spielzeit von Juli bis August 2018 bestimmen.
Im nächsten Jahr ist eine Weber-Gala unter dem Motto „Carl Maria von Weber und seine Freunde" geplant. Damit wird ein Leitgedanke der Eutiner Festspiele, mindestens ein Stück in der Spielzeit dem in Eutin geborenen Komponisten zu widmen, erfüllt.
Vorverkauf
Der Vorverkauf für die Spielzeit 2018 beginnt am 16. Oktober 2017. Die Öffnungszeiten der Kartenzentrale werden noch bekanntgegeben.

07.08.2017

Sparkasse Holstein und Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein unterstützen „Die Wolfsschlucht“ – ein innovatives Projekt der Eutiner Festspiele

Auf einen „schaurig-schönen“ Opernabend am 12. PK Wolfsschlucht Wallmeroth Caron SiberskiAugust auf der Freilichtbühne am Großen Eutiner See können sich alle Opernfreunde freuen: Die Eutiner Festspiele präsentieren „Die Wolfsschlucht“, ein neues Werk auf Grundlage des Freischütz von Carl Maria von Weber. „Carl Maria von Weber gehört zu den Festspielen, wie die Festspiele zu Eutin“, betonte Sabine Kuhnert, Geschäftsführerin der Eutiner Festspiele, bei einem Pressegespräch in der Opernscheune in Eutin. Die Sparkasse Holstein und die Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein fördern dieses innovative Projekt und bauen so die Partnerschaft mit den Eutiner Festspielen aus. Dazu Joachim Wallmeroth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein: „Wir sind begeistert von diesem Projekt, mit dem die Eutiner Festspiele eine attraktive musikalische Verbindung zwischen Tradition und Moderne schaffen!“

Mit der Weiterentwicklung des Freischütz-Themas als halbkonzertantes Werk findet auf Eutins grünem Hügel erstmals eine Uraufführung statt. Mit dieser Produktion soll insbesondere das jüngere Publikum nicht nur angesprochen, sondern auch begeistert werden; Tradition und Erneuerung werden erlebbar. Leo Siberski, Dirigent der Eutiner Festspiele, hat „Die Wolfsschlucht“ konzipiert. Neben den bekannten großen Stücken aus Webers Oper hat er das neue Werk mit selbstkomponierten Songs, elektronischer Musik und Dialogen ergänzt. „Das großartige Stück Webers entspricht nicht mehr dem, was Menschen heute gewohnt sind zu sehen“, so Siberski. Er hat die Geschichte daher in ein anderes Licht gerückt, damit der Zuschauer die Genialität des Freischütz und seines Komponisten erkennt. Der Dirigent dazu: „Die Komposition der Wolfsschlucht unterliegt heutigen Gesetzen.“

Zur Geschichte:

Das Hauptaugenmerk der Uraufführung liegt auf der Wolfsschlucht. Das Stück wird aus der Sicht von Kaspar erzählt, der tragischen Figur, die aus dem Dreißigjährigen Krieg deutlich geschunden zurückkehrt. Davor hatte er eine Beziehung zu Agathe, doch die hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, ihn wiederzusehen und sich an Max gewandt… Ein besonderer Bestandteil der Wolfsschlucht ist auch der Dialog zwischen den Liebenden Agathe und Max, der Siberski wichtig ist: „Im Original spüre ich nie die Intimität zwischen den beiden. Wenn überhaupt, singen sie in Abwesenheit des anderen über ihre Liebe. Das wird bei uns anders“, betont er.

Die Verantwortlichen der Eutiner Festspiele und der Sparkasse Holstein freuen sich sehr, dass dieses Projekt durch die Unterstützung der Sparkasse Holstein und der Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein möglich geworden ist, und zeigen damit, dass sie den Mut haben, Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden. Dazu abschließend Sparkassenvorstand Joachim Wallmeroth: „Das Beschreiten von neuen Wegen ist ebenfalls Bestandteil unseres gesellschaftlichen Engagements in der Region. Von daher lag es nahe, die bewährte Partnerschaft noch weiter auszubauen.“

 

 02.Mai 2017

Neue Kooperation mit der Musikhochschule Lübeck

Foto Bernd Ruf Musical kleinNachdem die Zusammenarbeit mit der städtischen Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule bereits im vergangenen Jahr vereinbart wurde und im Sommer durch eigene Aufführungen und Ausstellungen rund um die Opernscheune erste Früchte tragen wird, können die Neuen Eutiner Festspiele eine weitere und vielversprechende Kooperation bekanntgeben.
„Durch die Vermittlung unserer Dirigentin Romely Pfund, wird es in diesem Sommer erstmals eine Musical-Gala auf der Freilichtbühne geben. Wir freuen uns sehr, dass es ihr gelungen ist, diese interessante Kooperation zustande zu bringen. Ein Abend auf der Seebühne mit weltbekannten Songs aus beliebten Musicals steht schon lange auf der „Wunschliste" unserer Festspielbesucher", sagt Geschäftsführerin Sabine Kuhnert.
Zum ersten Mal werden Solistinnen und Solisten der Pop-Abteilung der Musikhochschule Lübeck und der Pops-Chor auf der Eutiner Freilichtbühne singen. Sie werden von einer Band gemeinsam mit der KaPhiL! (Kammerphilharmonie Lübeck) am 16. Juli 2017 um 18 Uhr begleitet. Die Gesangsklassen und der Pops-Chor werden von den Dozenten John Lehman, Britta Rex, Charlotte Heinke und von Bernd Ruf geleitet. Die musikalische Leitung hat Romely Pfund übernommen.
Es wird ein schwungvolles Musical-Programm versprochen, das viele weltberühmte Hits u. a, aus „Hair", „Die Schöne und das Biest", „West Side Story", „Der Glöckner von Notre Dame", „My fair Lady", „Evita" enthält, die aus der Feder der Komponisten Leonard Bernstein, Frederik Loewe, Alan Menken, Andrew Lloyd Webber, Claude-Michel Schoenberg u.a. stammen.